Über Uns

Vor mehr als 25 Jahren bekam der Abiturschüler Stefan Herwig von einem Freund ein Mixtape zugesteckt. Darauf zu hören waren elektronische Acts, die sich schwer vom Mainstream-Pop abgrenzten: Fad Gadget, Psyche, à;Grumh… und nicht zuletzt Skinny Puppy. Diese Musik klang für ungeübte Ohren disharmonisch und schrill, der Gesang ging weit über die eigenen Hörgewohnheiten hinaus. Drumcomputer mit laut hämmernden Snares, dominante Sequenzen und Sounds sowie Sprachsamples aus obskuren Horrorfilmen eröffneten ein neues akustisches Universum.

Bei mehrmaligem Hören kam jedoch Ordnung in dieses Chaos. Jeder Song entwickelte Harmonien und gab seine einmalige Atmosphäre preis. So entstand eine eigene Ästhetik, die sowohl düster und melancholisch als auch aggressiv und druckvoll war - ein kompletter Gegenentwurf zur lebensbejahenden, flachen Chart-Musik der 1980iger und 90iger.

1993 bewarb sich Stefan Herwig, inzwischen DJ und begeisterter Botschafter düsterer elektronischer Musik, um eine Stelle beim neugegründeten Label OffBeat. Deren ersten Signings waren Bands wie Haujobb und Steril; mit Project Pitchfork erfuhren OffBeat erste Chart-Weihen, mit Front Line Assemblys "Hard Wired" hatte Stefan Herwig als verantwortlicher A&R Manager einen Welterfolg. Darauf folgten drei Schweden, ein schüchterner Belgier und ein völlig durchgedrehter Amerikaner - Covenant, Suicide Commando, Velvet Acid Christ.

Kurze Zeit später gründete Stefan Herwig sein eigenes Label Dependent
– mit den Bands VNV Nation, Covenant, Velvet Acid Christ und Suicide Commando.

Elektronische Musik, die wie jene Bands auf dem Mixtape damals sowohl Ausdruck als auch Qualität und Eigenständigkeit an den Tag legen musste, war seine Triebfeder. Seine Künstler sollten nicht nur Abziehbilder anderer sein, sondern dem Gesamtkörper der elektronischen Musik etwas Eigenes hinzufügen. Mit diesem Vorsatz entstand 1998 Dependent - ein Label, das sich seit jeher auf Qualität und Identität konzentriert, um die Geschichte düsterer elektronischer Musik fortzuführen. Große Namen bescherten uns Klassikeralben (Covenants "United States Of Mind", VNV Nations "Empires", Front Line Assembly mit "Echogenetic", Seabound mit "No Sleep Demon" und "Automation Baby" von Mesh), aber auch kleine Undergroundtipps (Auto Aggression, Ivory Frequency) und schräge wie hochwertige Projekte (Babyland, Kilowatts & Vanek) bereicherten das Portfolio, ähnlich wie jetzt unsere jüngeren Bands IRIS und Chrysalide.

Dependent selbst will die Musiker dabei begleiten und dafür sorgen, dass elektronische Musik langfristig spannend bleibt, auch wenn sich die Ästhetik, der Sound und die Szene deutlich gewandelt haben. Wichtig dabei sind uns eine hochwertige Verpackung und ein gutes Artwork, das den Geist eines Albums widerspiegelt. Gerade in Zeiten, da Musik auf Dateien reduziert wird, sind Bilder, Booklets und Inhalte entscheidend.

Ferner müssen die Werke der Künstler über einen langen Zeitraum hinweg auch international verfügbar sein, sowohl digital als auch physisch. Darum hält Dependent in der Zeit der digitalen Monopolisten auch kleinen Plattenläden mit speziellen hochwertigen Fanauflagen die Stange. Wenn gute Musik, eine kreative Vision und markante Artworks zusammenkommen, entstehen Tonträger, die man auch nach Jahren noch gerne aus dem Schrank zieht. All dies hängt letzten Endes voneinander ab, und deshalb heißt das Label Dependent.

"Elektronische Musik ist der Soundtrack, der Puls unseres Lebens; so soll es auch bleiben!“

Gelsenkirchen, Dezember 2014
Dependent sind Teil von SPKR -
Vielfältiges, unabhängiges Medienunternehmen, das sich auf Entdeckung und Herstellung, Vertrieb und Präsentation hochwertiger Musik und Kunst versteht.